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Automatisierung im Einkauf: Von der Bestellung bis zur Zahlung

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stolzwerk Redaktion
5 Min. Lesezeit
Automatisierung im Einkauf: Von der Bestellung bis zur Zahlung

Warum der Einkauf im Mittelstand noch großes Potenzial verschenkt

Der Einkauf gilt in vielen mittelständischen Unternehmen als notwendige Pflichtaufgabe – nicht als strategischer Hebel. Dabei ist genau hier enormes Einsparpotenzial vergraben: in manuellen Bestellprozessen, papiergebundenen Genehmigungsworkflows und zeitaufwendiger Rechnungsprüfung. Wer diese Abläufe konsequent automatisiert, gewinnt nicht nur Zeit, sondern verschafft sich auch einen messbaren Wettbewerbsvorteil.

Laut einer McKinsey-Studie lassen sich in typischen Einkaufs- und Finanzprozessen bis zu 40 Prozent der manuellen Tätigkeiten durch Automatisierung ersetzen – ohne dass dafür ein einziges System vollständig ausgetauscht werden müsste. Für den Mittelstand bedeutet das: Weniger Fehler, schnellere Durchlaufzeiten und entlastete Mitarbeiter, die sich um wertschöpfende Aufgaben kümmern können.

Die typischen Schwachstellen im Einkaufsprozess

Bevor man über Lösungen spricht, lohnt ein ehrlicher Blick auf die Ist-Situation. In vielen mittelständischen Betrieben sieht der Einkaufsprozess noch so aus: Eine Fachabteilung meldet per E-Mail einen Bedarf an, der Einkauf prüft Lieferanten manuell, eine Bestellung wird in einem ERP-System erfasst oder sogar per Telefon aufgegeben, und am Ende landet eine PDF-Rechnung im Postfach – die jemand ausdruckt, abzeichnet und weiterreicht.

Jeder dieser Schritte birgt Fehlerquellen: falsche Artikelnummern, vergessene Genehmigungen, doppelt erfasste Rechnungen oder verpasste Skontofristen. Laut einer Studie von Bitkom nutzen nur rund 28 Prozent der deutschen Mittelständler digitale Lösungen zur automatisierten Rechnungsverarbeitung – obwohl das Thema seit Jahren auf der Agenda steht. Die Lücke zwischen Potenzial und Realität ist also noch erheblich.

Purchase-to-Pay: Der Gesamtprozess im Blick

Moderne Automatisierungslösungen denken den Einkauf als durchgängigen Prozess – vom ersten Bedarf bis zur abgeschlossenen Zahlung. In der Fachsprache nennt man diesen Ablauf Purchase-to-Pay (kurz: P2P) oder auch Procure-to-Pay. Die wichtigsten Stationen:

  • Bedarfsanforderung (BANF): Mitarbeiter geben ihren Bedarf in einem strukturierten Formular oder einer App ein, statt eine E-Mail zu schreiben. Das System prüft automatisch Budgets und leitet die Anforderung an die richtige Genehmigungsinstanz weiter.
  • Lieferantenauswahl und Bestellung: Auf Basis von Stammdaten, Rahmenverträgen und Katalogen wird die Bestellung automatisch erzeugt und an den Lieferanten übermittelt – ohne manuelle Nacharbeit.
  • Wareneingang: Die Buchung des Wareneingangs erfolgt mobil oder per Scanner direkt im Lager und wird automatisch mit der offenen Bestellung abgeglichen.
  • Rechnungsprüfung: Eingehende Rechnungen – ob per E-Mail, PDF oder EDI – werden automatisch ausgelesen, mit Bestellung und Wareneingang abgeglichen (Drei-Wege-Abgleich) und bei Übereinstimmung zur Zahlung freigegeben.
  • Zahlung: Fristen, Skonti und Zahlungsläufe werden systemgesteuert überwacht und ausgeführt – kein Skonto geht mehr verloren.

Welche Technologien dahinterstecken

Für die Umsetzung stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, die sich je nach Ausgangssituation kombinieren lassen. Robotic Process Automation (RPA) übernimmt repetitive Aufgaben wie das Übertragen von Daten zwischen Systemen. Optical Character Recognition (OCR) kombiniert mit KI liest Rechnungen und Lieferscheine zuverlässig aus – auch bei unterschiedlichen Formaten und Layouts. Workflowmanagement-Systeme steuern Genehmigungsprozesse regelbasiert und transparent.

Laut Gartner (2024) werden bis 2026 mehr als 80 Prozent der großen und mittelgroßen Unternehmen intelligente Automatisierungstechnologien in ihren Finanz- und Einkaufsprozessen einsetzen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert, den Anschluss zu verlieren – nicht nur gegenüber Großkonzernen, sondern auch gegenüber dem Wettbewerb im Mittelstand selbst.

Konkrete Vorteile für den Mittelstand

Die Vorteile der Einkaufsautomatisierung lassen sich nicht nur qualitativ, sondern auch in harten Zahlen messen. Eine Forrester-Analyse zeigt, dass Unternehmen mit automatisierten P2P-Prozessen ihre Kosten pro Rechnung um bis zu 60 Prozent senken konnten – und die Durchlaufzeit von durchschnittlich zwölf Tagen auf unter drei Tage reduzierten.

Für den Mittelstand bedeutet das im Alltag: Einkäufer verbringen weniger Zeit mit Dateneingabe und mehr Zeit mit Lieferantenverhandlungen. Die Buchhaltung schließt Monatsabschlüsse schneller ab. Und die Geschäftsführung hat jederzeit einen transparenten Überblick über Verbindlichkeiten, offene Bestellungen und Budgetauslastungen – in Echtzeit.

So gelingt die Einführung ohne große Disruption

Ein häufiges Missverständnis: Automatisierung im Einkauf erfordert keine vollständige ERP-Ablösung oder ein mehrjähriges IT-Großprojekt. Gerade im Mittelstand empfiehlt sich ein modularer Ansatz – beginnend mit dem Bereich, der den größten Handlungsdruck erzeugt. Oft ist das die Rechnungsverarbeitung, weil hier Fehler und Verzögerungen besonders spürbar sind.

Im nächsten Schritt lässt sich die Automatisierung auf Bestellprozesse und Genehmigungsworkflows ausweiten. Moderne Lösungen lassen sich in der Regel per Schnittstelle an bestehende ERP-Systeme wie SAP, Microsoft Dynamics oder DATEV anbinden – ohne dass Mitarbeiter neue Kernsysteme erlernen müssen.

Entscheidend ist dabei eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Prozesse sowie ein erfahrener Partner, der nicht nur die Technologie kennt, sondern auch die betriebliche Realität im Mittelstand versteht.

Jetzt den nächsten Schritt gehen

Wenn Sie wissen möchten, welche Schritte in Ihrem Einkaufsprozess sich als erstes automatisieren lassen und welches Einsparpotenzial dabei realistisch ist, sprechen Sie mit uns. stolzwerk begleitet mittelständische Unternehmen von der Prozessanalyse über die Systemauswahl bis zur Implementierung – pragmatisch, herstellerunabhängig und mit klarem Fokus auf messbaren Ergebnissen.

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Quellen

  • McKinsey Global Institute: The Future of Work – Automation and the Workforce, 2023
  • Bitkom e. V.: Digitalisierung im Mittelstand – Schwerpunkt Finanz- und Einkaufsprozesse, 2023
  • Gartner: Magic Quadrant for Robotic Process Automation, 2024
  • Forrester Research: The Total Economic Impact of Automated Purchase-to-Pay Solutions, 2023
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stolzwerk Redaktion

Mitgründer bei stolzwerk. Schreibt über Prozessautomatisierung und KI im Mittelstand.

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